Rezension: Kaffee und Zigaretten

[Rezensionsexemplar]

Fakten

Kaffee und Zigaretten | Ferdinand von Schirach | 13.04.2020 | 192 Seiten | btb Verlag | Klappenbroschur | 11,00€

Klappentext

»Kaffee und Zigaretten« verwebt autobiographische Erzählungen, Aperçus, Notizen und Beobachtungen zu einem erzählerischen Ganzen, in dem sich Privates und Allgemeines berühren, verzahnen und wechselseitig spiegeln.

Meine Meinung

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Es passt zum Titel des Buches und zum Stil der anderen Bücher des Autors.

„Kaffee und Zigaretten“ ist anders als jedes andere Buch von Ferdinand von Schirach. Es ist vermutlich das persönlichste Buch das er bisher geschrieben hat, aber deshalb ist es nicht weniger beeindruckend. Die Verbindung von biographischen Elementen mit Beobachtungen und Notizen ist wahnsinnig interessant und erfrischend. Dennoch bleibt Ferdinand von Schirach sich treu, denn nach wie vor spielen Recht und Gesetz eine sehr wichtige Rolle. Natürlich bleibt auch der schlichte und gerade deshalb so eindringliche Schreibstil erhalten, der mich immer wieder aufs Neue begeistert. Ferdinand von Schirach hat mich mit den Anekdoten aus seinem Leben sehr gut unterhalten und es war einfach nur toll mehr über den Mann hinter den Meisterwerken der deutschen Literatur zu erfahren. Wie er dabei Privates und Allgemeines miteinander verwoben hat finde ich einfach nur großartig und sehr besonders. Während des Lesens ist mir immer wieder in den Sinn bekommen welch ein großartiger Beobachter Schirach ist. Schon in seinen anderen Werken habe ich bewundert welch besonderen Blick er auf die Menschen und ihre Geschichten hat. In „Kaffee und Zigaretten“ wird noch deutlicher wie genau er seine Mitmenschen und Umgebung beobachtet und was seine Aufmerksamkeit erregt. In diesem Buch spielen viele Themen eine Rolle, die Ferdinand von Schirach bewegen und es wird auch immer wieder ein Bezug zu seinen anderen Werken deutlich. Dadurch haben diese für mich nochmal mehr Kraft, da hier deutlich wird wie sehr ihn gewisse Themen bewegen und beschäftigen. Es geht hier neben Recht und Rechtsfällen auch um Kunst und Gesellschaft, Einsamkeit und Sehnsucht sowie um Momente des Glücks.

Fazit

„Kaffee und Zigaretten“ ist das bisher persönlichste Buch von Ferdinand von Schirach und hat mich gleichermaßen begeistert wie seine anderen Werke. Die Verbindung von Allgemeinem und Persönlichem macht dieses Buch für mich zu etwas ganz Besonderem. Ein sehr unterhaltsames Buch, das uns einen Einblick in prägende Ereignisse im Leben des Autors gewährt sowie aufzeigt welche Themen Ferdinand von Schirach beschäftigen.

Bewertung:

Bewertung: 5 von 5.

Rezension: Strafe

[Rezensionsexemplar]

Fakten

Strafe | Ferdinand von Schirach | 14.10.2019 | 192 Seiten | btb Verlag | Klappenbroschur | 11,00€

Klappentext

Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind? Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem dritten Erzählungsband »Strafe« zwölf Schicksale.

Meine Meinung

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Es ist im gleichen Stil gehalten wie bei den anderen Büchern des Autors, sodass man zum Buch greift und sofort weiß, was einen erwartet.

Im Erzählungsband „Strafe“ hat Ferdinand von Schirach wieder einmal bewiesen, dass er ein großartiger Erzähler ist. Man sollte seine Bücher definitiv nicht verpassen. Schirachs Schreibstil ist klar und schnörkellos und gerade deshalb sind seine Bücher so eindringlich und voller Kraft. Kein Autor schafft es dem Leser einen solch besonderen Blick auf die Geschichte eines Menschen zu gewähren wie Ferdinand von Schirach. Er hat einfach eine ganz besondere Perspektive und es wird immer wieder deutlich, dass kein Mensch als Verbrecher geboren wird. Seine Erzählungen haben mich auch in „Strafe“ wieder sehr in seinen Bann gezogen sowie aufgewühlt und emotional berührt. Sie sind gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend und gehen einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf. Schirach schafft es einfach immer wieder aufzuzeigen, dass kein Mensch nur gut oder nur böse ist. Wir alle haben Motive und Beweggründe für unser Handeln und trotz allem was wir getan haben bleiben wir ein Mensch. Das macht Ferdinand von Schirach immer wieder deutlich. Er ist einfach ein Glücksfall für die deutsche Literatur mit seinem meisterhaften Erzählstil. Seine Bücher gewähren dem Leser Einblicke in die deutsche Justiz und zeigen juristische Grundsätze auf, die durchaus zu Problemen führen können. In „Strafe“ diskutiert er vor allem die Suche nach der Wahrheit und ob das Ergebnis eines Prozesses überhaupt die Wahrheit ist. Jedes seiner Bücher ist für mich eine Bereicherung und ich möchte seine Werke in meinem Bücherregal nicht mehr missen.

Fazit

„Strafe“ ist ein weiterer meisterhafter Erzählband von Ferdinand von Schirach, in dem vor allem das Thema Wahrheit diskutiert wird. Ich bin wieder einmal beeindruckt von der Eindringlichkeit seiner Erzählungen und seinem Blick auf die Menschen und ihre Geschichte. Schirach sollte in jedem Bücherregal vertreten sein!

Bewertung:

Bewertung: 5 von 5.

Rezension: Too Late

Fakten

Too Late | Colleen Hoover | 22.03.2019 | 464 Seiten | bold Verlag | Paperback | 14,90€

Klappentext

Die Hölle – nichts anderes ist die Beziehung von Sloan zu dem Drogenboss Asa Jackson. Gäbe es nicht ihren kranken Bruder, den Asa finanziell unterstützt, wäre sie von heute auf morgen auf und davon. Für Asa wiederum ist Sloan das Beste, das ihm jemals passiert ist: Sloan ist seine einzige Liebe, eine wahre Obsession, seine allergrößte Leidenschaft, und er ist davon überzeugt, dass es sich umgekehrt genauso verhält. Doch dann taucht der Undercover Cop Carter auf …

Meine Meinung

Das Cover des Buches gefällt mir gut. Es fällt mit seinen knalligen Farben auf und passt irgendwie auch einfach zur Geschichte.

Die Hauptcharaktere des Buches sind Sloan, Asa und Carter. Sloan ist eine starke, selbstloses und kluge junge Frau. Während des Lesens konnte ich unglaublich gut mit ihr mitfühlen. Ihr Schmerz und ihre Verzweiflung waren sehr greifbar und haben mir das Herz zerrissen. Sloan ist eine Kämpferin, in dessen Haut ich nicht stecken möchte. Sie musste in ihrem Leben schon so viel erstragen und durchmachen. Ich habe mir während des Lesens einfach nur ein glückliches und unbeschwertes Leben für sie gewünscht. Asa ist ein misstrauisches, untreues, geisteskrankes Monster. Für ihn sind Frauen nur Objekte und als er sein Bild der Rollen von Mann und Frau erklärt hätte ich am liebsten gekotzt und ihm eine reingehauen. Asa hat definitiv eine narzisstische Persönlichkeit und er hat mich während des ganzen Lebens einfach nur wütend gemacht. Angetan hat es mir dafür der Undercover Cop Carter. Er besitzt ein tiefes Mitgefühl, das stets präsent ist und ihn wahnsinnig liebenswert macht. Carter ist ein liebevoller und zärtlicher junger Mann, der für die Liebe alles riskiert. Er ist einfach ein guter Mann, an den man sein Herz verliert – ob man will oder nicht.

Der Schreibstil von Colleen Hoover ist wie immer einfach großartig. „Too Late“ ist alles andere als das, was wir von Colleen Hoover gewohnt sind. Dieses Buch ist düster und grausam. Auch der Aufbau der Geschichte ist unkonventionell und passt dennoch irgendwie perfekt zur Geschichte. Die ganze Handlung ist hochspannend und hat mich von Anfang an gefesselt. Ich habe total mitgefiebert und mitgefühlt. Teilweise war die Spannung kaum auszuhalten und ich habe einfach nur gezittert. Die Sichtwechsel sorgen zudem für eine ganz besondere Spannung und Dynamik. Colleen Hoover hat mich mit der Geschichte um Sloan, Asa und Carter komplett in ihren Bann gezogen und überzeugt.

Fazit

„Too Late“ ist ein düsteres, grausames und hochspannendes Buch, das mich durchgehend gefesselt hat. Klare Leseempfehlung!

Bewertung:

Bewertung: 5 von 5.

Rezension: Never Doubt

Fakten

Never Doubt | Emma Scott | 28.07.2020 | 496 Seiten | Lyx Verlag | Paperback | 12,90€

Klappentext

Für das, was vor einem Jahr geschah, hat Willow keine Worte. Erst als sie die Rolle der Ophelia am städtischen Theater bekommt, sieht sie eine Chance, ihren Schmerz mit den Zeilen Shakespeares in die Welt zu schreien. Ihr Hamlet ist Isaac Pearce, der Bad Boy der Stadt. Instinktiv versteht Isaac ihren Hilferuf, und mit jeder Konfrontation der tragischen Liebenden auf der Bühne kommen Willow und Isaac sich näher. Doch um wieder wirklich zu leben, muss Willow ihre eigene Stimme finden …

Meine Meinung

Das Cover des Buches ist sehr schön und stimmt auf die Thematik Theater und Schauspielerei ein.

Die Hauptcharaktere des Buches sind Willow Holloway und Isaac Pearce. Willow ist durchzogen von Kummer und Schmerz, denn sie hat noch keinen Weg gefunden zu verarbeiten, was ihr passiert ist. Ich konnte sie von Beginn an unglaublich gut verstehen und mit ihr mitfühlen. Ich wollte sie am liebsten ihn den Arm nehmen und ihr zeigen, dass sie nicht allein ist. Im Verlauf des Buches merkt man immer wieder, dass Willow eine starke Frau ist und wieder zu sich findet. Isaac lernen wir als einen großartigen und einnehmenden Schauspieler sowie als toughen, unnahbaren jungen Mann kennen. Die Situation mit seinem Dad ist alles andere als einfach und man kann Isaac nur für seinen Umgang mit der Situation bewundern. Isaac ist ein wirklich toller junger Mann, den ich sehr gerne mochte. Besonders mit seinen Auftritten auf der Bühne hat er mich eingenommen und umgehauen. Aber auch die Nebencharaktere haben es mir wirklich angetan. Angie ist eine sehr offene, hilfsbereite und verständnisvolle Person, die Willow den Start in der neuen Umgebung erleichtert und zu einer tollen Freundin wird. Und ihre T-Shirts sind zudem einfach witzig und zeigen, dass sie einen tollen Humor hat. Auch ihre Mutter Bonnie und Martin, den Regisseur am Theater, mochte ich wirklich sehr gerne.

Der Schreibstil von Emma Scott ist wunderschön. Sie erzählt in Never Doubt eine wirklich ergreifende Geschichte voller Schmerz und Emotionen. Sehr originell fand ich auch, dass hier Schmerz durch Schauspiel verarbeitet und zum Ausdruck gebracht wird. Sowas ist mir in einem Roman bisher einfach noch nie begegnet. Durch die Sichtwechsel konnte man Willow und Isaac mit all ihrem Schmerz besonders gut kennenlernen und verstehen. Auch deren Handeln wurde dadurch gut nachvollziehbar und man konnte hervorragend mitfühlen. Die Geschichte um Willow und Isaac hat mich einfach komplett begeistert.

Fazit

„Never Doubt“ ist ein ergreifendes Buch voller Emotionen, das mich komplett überzeugen konnte.

Bewertung:

Bewertung: 5 von 5.

Rezension: Für eine Nacht sind wir unendlich

Fakten

Für eine Nacht sind wir unendlich | Lea Coplin | 24.07.2020 | 304 Seiten | dtv Verlag | Paperback | 12,95€

Klappentext

Als Jonah und Liv bei einem Festival in England aufeinandertreffen, könnte das, was sie wollen, nicht unterschiedlicher sein. Doch dann beginnt es zu knistern. Und obwohl Liv von vornherein klarstellt, dass nichts laufen wird zwischen ihnen, und obwohl Jonah sich einredet, dass das ganz in seinem Sinne ist, kommen sich die beiden immer näher. Nur wird Jonah am nächsten Tag mit seinen Freunden zurück nach Deutschland fahren. Ihm und Liv bleibt nur diese eine Nacht, um herauszufinden, was da zwischen ihnen ist. Doch wie nah kann man sich kommen, wenn am nächsten Morgen alles vorbei ist?

Meine Meinung

Das Cover des Buches gefällt mir wirklich gut. Besonders die intensiven Farben haben es mir angetan. Zudem finde ich es toll, dass man die Personen nicht im Vordergrund stehen und man sie erst auf den zweiten Blick genauer betrachtet.

Die Hauptcharaktere des Buches sind Jonah und Liv. Jonah ist ein verschlossener und geheimnisvoller Mensch. So düster er zunächst auch scheint, schnell merkt man, dass er auch eine sehr verletzliche Seite an sich hat. Liv ist auf den ersten Blick eine fröhliche, aber auch unsichere junge Frau. Im Verlauf des Buches merkt man welch geringes Selbstwertgefühl sie hat und das sie sowohl körperliche als auch seelische Narben mit sich trägt. und Liv sind sehr authentische Charaktere, die ich gerne mochte und als gut durchdacht empfunden habe.

Der Schreibstil von Lea Coplin hat mir gut gefallen. Die Kapitellänge ist sehr angenehm und sorgt für regelmäßige Sichtwechsel. Durch diese lernt man die Protagonisten sehr gut kennen und erhält einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt. Zudem kann man dadurch wirklich gut mitfühlen. Die Geschichte um Jonah und Liv ist sehr humorvoll und gefühlvoll geschrieben, besitzt aber auch eine gewisse Tiefgründigkeit. Leider haben mich sehr lange Sätze und Schachtelsätze teilweise etwas gedanklich abdriften lassen. Zudem habe ich das offene Ende als etwas qualvoll empfunden, auch wenn ich weiß, dass das Ende so eigentlich perfekt ist für die Geschichte von Jonah und Liv. Lea Coplin ist es aber sehr gelungen das Festivalfeeling zu vermitteln. Ich war noch nie in meinem Leben auf einem Festival und doch hatte ich beim Lesen des Buches das Gefühl zu wissen, wie es sein muss auf einem zu sein. Ich habe mich teilweise wie mitten im Getümmel gefühlt, was einfach toll ist!

Fazit

„Für eine Nacht sind wir unendlich“ ist ein humorvolles, gefühlvolles und tiefgründiges Buch mit Festivalfeeling, das mit seinen liebenswerten Charakteren und einer besonderen Geschichte überzeugt. Tolles Buch!

Bewertung:

Bewertung: 4 von 5.