
[Rezensionsexemplar]
Fakten
Nie, nie, nie | Linn Strømsborg | 256 Seiten | Dumont Verlag | eBook | 14,99 €
Klappentext
Linn Strømsborgs Erzählerin ist fünfunddreißig – und hat sich schon vor Jahren dazu entschlossen, keine Kinder zu bekommen. Davon, wie sich ihre Entscheidung auf die Beziehungen zu Freunden, den Eltern und nicht zuletzt dem Partner auswirkt, handelt dieses Buch: Ihr Umfeld hat Schwierigkeiten, ihre Haltung zu akzeptieren, immer wieder wird sie mit dem Thema konfrontiert. Da ist ihr langjähriger Partner Philip, der zunehmend daran zweifelt, ob er mit dem Entschluss seiner Freundin leben kann. Ihre Mutter strickt ohnehin seit Jahr und Tag Babykleidung in der Hoffnung auf ein Enkelkind. Als dann die beste Freundin Anniken Nachwuchs bekommt, verändert sich alles.
Meine Meinung
Das Cover des Buches ist sehr interessant und außergewöhnlich. In einer Buchhandlung wäre mir das Buch sicher ins Auge gefallen.
Die 35-jährige Erzählerin des Buches hat sich entschlossen keine Kinder zu bekommen. Da sie namenslos ist fällt es einem als Leser leicht sich in sie hineinzuversetzen, ihre Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen.
In unserer Gesellschaft ist die Vorstellung tief verankert, das Menschen nachdem sie sich kennen- und lieben gelernt haben, zusammenziehen und anschließend Kinder bekommen. Besonders Frauen, die sich entscheiden keine Kinder zu bekommen müssen sich oft Fragen wie „Bist du dir sicher? Du weißt gar nicht was dir entgeht.“ oder „Willst du gar nicht, dass sich später jemand um dich kümmert?“ stellen. Aus der Sicht der Erzählerin erlebt der Leser wie die Gesellschaft auf Frauen reagiert, die nicht den Wunsch verspüren Kinder zu bekommen. Mich hat das Buch sehr bewegt und beeindruckt. Die Autorin schreibt so klug und einfühlsam über dieses komplexe Thema. Dabei versucht sie nicht die Positionen gegeneinander auszuspielen, sondern fordertet vielmehr einen gleichwertigen Platz in der Gesellschaft für Frauen, die Kinder bekommen möchten und Frauen, die keine Kinder bekommen möchten. Denn letztendlich ist die Entscheidung Kinder zu bekommen oder auch nicht ein wichtiger Teil der Selbstbestimmung der Frau. Und deshalb muss die Gesellschaft ihre Vorstellung von Weiblichkeit und die Bedeutung der Elternschaft für ein erfülltes Leben überdenken. Dieses Buch ist ein absolutes Must-Read und ich hoffe sehr, dass dieses Buch viele Menschen lesen und dazu bringt ihre eigene Haltung zu überdenken.
Der Schreibstil von Linn Strømsborg ist sehr angenehm. Sie schreibt in kurzen Kapiteln, sehr direkt und gleichzeitig feinfühlig.
Fazit
„Nie, nie, nie“ ist eine kluge, sensible und bewegende Lektüre zu einer komplexen Thematik, das mich wirklich überzeugen konnte. Klare Leseempfehlung!
Bewertung:




